Unterricht- und Stufenkonzept


Allgemeines zum Unterricht

Der Unterricht erfolgt auf Grundlage des Hessischen Schulgesetzes, der Verordnung zur sonderpädagogischen Förderung und der Richtlinien für den Unterricht in der Schule für Praktisch Bildbare. Prävention, Integration und Rehabilitation sind unsere dort ausgewiesenen vorrangigen Ziele. Aufgabe der Schule ist es, geistig behinderte Kinder und Jugendliche zu befähigen, sich als Person zu verwirklichen, Umwelt zu erleben, sich in sozialen Bezügen zu orientieren, bei ihrer Gestaltung mitzuwirken und zur eigenen Existenzsicherung beizutragen.
Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule haben Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. Ausgehend von einem individuellen Förderplan erhalten sie ein Bildungs- und Erziehungsangebot in sozialen Bezügen, das den Aufbau des Lebenszutrauens, die Entwicklung der Selbstständigkeit, die Umweltorientierung sowie die Teilhabe am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben zum Ziel hat.
Anregung der Sinnestätigkeit und Aktivierung geistiger und körperlicher Anlagen bilden den Ausgangspunkt für Schwerpunkte einer individualisierenden und differenzierenden pädagogischen Förderung, für erzieherische Aspekte und lebenspraktische Bildung. Hierzu zählen ganzheitliche Vorhaben und Projekte, die jeder Schülerin und jedem Schüler Zugang zum gemeinsamen Lernen in der Gruppe ermöglicht. Ein systematischer Aufbau von Handlungsmustern und das Erkennen von Handlungsabläufen, z.B. beim Essen, Spülen, Kochen, Basteln oder Werken sind wichtige Anteile schulischer Bildung. Orientierung in der Wohn- und Lebensumwelt gehören ebenso zum schulischen Angebot, wie die Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten, die Bewegungs- und Verkehrserziehung, Form- und Farbwahrnehmung, Mengenerfassung und elementare Zuordnungen zu Ziffern und Zahlen, sachunterrichtlichen Themen, Basale Stimulation, Schwimmen etc. Viele Lernbereiche werden durch computergestütztes Lernen erweitert.

Schulvereinbarung

Schüler und Schülerinnen der Astrid-Lindgren-Schule haben ein Anrecht auf Akzeptanz ihrer Person und auf ein angenehmes und förderndes Lernklima, das auf den folgenden Leitzielen fußt:

  • Die Schule soll Lebensfreude vermitteln. Die Würde und Persönlichkeit der SchülerInnen ist zu achten und zu respektieren.
  • Die Schule erzieht zur größtmöglichen Selbständigkeit und Eigenverantwortung.
  • Die Schule schafft Möglichkeiten zur sozialen Integration und bietet Möglichkeiten zur Entwicklung von Kommunikation.
  • Der Unterricht orientiert sich am individuellen Förderbedarf und garantiert eine differenzierende und individualisierende Förderung.

Die Umsetzung dieser Leitziele bedarf der engen Zusammenarbeit aller an Schule beteiligten Gruppen. Deshalb bilden deren Wünsche, Ideen, Vorstellungen und Forderungen die Grundlagen für die vorliegende Schulvereinbarung

DOWNLOAD: Schulvereinbarung

Informationen zum Stufenkonzept

Aufnahme- und Beobachtungsstufe

 

  • Erlernen von Strukturen und Ritualen des Schulalltags
  • Kennen lernen des Schulgebäudes und Orientierung darin
  • Knüpfen von sozialen Kontakten innerhalb der Klasse und innerhalb der Schule
  • „Ich-Du-Wir“ steht im Mittelpunkt der Unterrichtsarbeit
  • Unterricht findet ausschließlich im Klassenverband statt (Schüler werden von einem festen Klassenteam in allen Lernbereichen unterrichtet)

Grund-&Mittelstufe

  • Schüler nehmen am Kurssystem teil (d.h. neben klasseninternem Gesamtunterricht zweimal wöchentlich Kleingruppenunterricht mit Schülern mit ähnlichen Förderbedürfnissen)
  • Natur- und Sachumwelt steht im Mittelpunkt der Unterrichtsarbeit
  • Ausflüge und Unterrichtsgänge zu den verschiedenen Themenbereichen (Bauernhofes, Bäcker, Post etc.) gehören fest in den Unterrichtsalltag
  • Förderung von Selbstversorgung und Eigenständigkeit bilden großen Schwerpunkt
  • Erlernen von zeitlichen Strukturen und intensives Erleben von Jahreszeiten mit Festen und Feiern (Erntedankfest, St. Martin, Nikolaus, Weihnachten, Fasching etc.)

Hauptstufe

  • „Halbzeit“ der Schullaufbahn, Veränderungen:
  • Schüler nehmen einmal wöchentlich am Projekttag teil (intensive Förderung in Kleingruppen in den praktischen Bereichen Hauswirtschaft/Textil und Werktechniken), Kulturtechniken werden im Klassenverband unterrichtet
  • Klassenweise werden Aufgaben übernommen, die über die Klassengrenze hinausgehen (Pflege des Schulhofs/der Schulwäsche, Betrieb der Cafeteria)
  • Schüler lernen zu wählen: Sie wählen sich nach Neigung in Arbeitsgemeinschaften ein und  wählen eine Schülerselbstverwaltung (SV) in Form von Klassensprechern, diese wählen dann den Schulsprecher
  • Fahrten der Stufe zu weiter entfernten Zielen (bspw. Weihnachtstheater in Wiesbaden, Koblenz etc.)
 
Werkstufe
 
  • Das Konzept wird zur Zeit überarbeitet
  • Ausrichtung der Unterrichtsinhalte orientiert sich zunehmend an Arbeitswelt,  Erwachsenwerden, Freizeit, Partnerschaft, Selbstversorgung, Eigenverantwortung
  • Regelmäßige in- und externe Praktika und Betriebsbesichtigungen in WfbM und auf dem 1. Arbeitsmarkt
  • Besuche in künftigen Berufsschulen und Wohnheimen speziell im Abschlussschuljahr
  • Intensive Eingliederungsgespräche und –zeiten mit der WfbM und der Arbeitsagentur

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